WR: 150 Minuten Tribut an die Liebe

Die sieben Sänger der akzente brachten die vollbesetzte KulturSchmiede zum Kochen. (WR-Bild: Delia Kämmerer)Arnsberg. POP Art - A Capella aus Arnsberg gab es am Samstag in der KulturSchmiede zu hören. Populäre Antikunst, witzig und verführerisch, auffallend und sexy: Die "Akzente" wussten, was Männer - und vor allem Frauen - wollen und brachten den vollbesetzten Saal zum Kochen.

Unter musikalischer Leitung von Dr. Peter Sölken führte das 1998 gegründete Männergesangsensemble mit Oliver Daldrup, Christian Höing, Dominik Meiske (alle Tenor), Christian Wulf (Bariton), Ludger Eickhoff, Florian Rechtsprecher und Oliver Storm (Bass) mit viel Charme und Humor durch einen spritzigen Abend. Der Rote Faden war die Liebe.

Da jeder zweite Popsong schließlich von der Liebe handle, sei ihr erstes abendfüllendes Programm selbstverständlich diesem Thema gewidmet, betonten die sieben Arnsberger. Bevor sie allerdings ihre Stimmen erklingen ließen, lieferte der Liebesbeauftragte Florian Rechtsprecher Statistisches. So seien 97 Prozent der Akzente-Fans unheimlich hübsch, die restlichen drei Prozent dürften aber gerne weiterhin zu ihren Konzerten kommen.

Obwohl eigentlich A Capella, bedienten sich die Akzente doch einiger Instrumente, wie auch beim Chanson des Schwarzhumoristen Georg Kreisler "A Bidlah Buh". Gesungen und gespielt am Klavier von Peter Sölken gab dieser einige interessante und witzige Einblicke in sein Liebesleben und erklärte, warum Frauen ein unheimlicher Kostenfaktor seien.

Neben "Mein Hund ist schwul" und "Lara" begeisterte das Ensemble mit "Ohne Krimi geht die Mimi nie ins Bett", "How deep is your love" und "Groovy kind of love". Jedoch wollten sich die "akzente" auch nicht nur als reine Unterhaltungskünstler bezeichnen lassen: "Wir sind Kulturträger und -botschafter und kämpfen für musikalische Randgruppen. Deswegen haben wir auch die Initiative ,Operette dich wer kann´ gegründet, für die wir noch Verbündete suchen." Dies führte die Sänger, die sich bereits vor über 15 Jahren im Gerd-Schüttler-Chor kennen lernten, zum großen Höhepunkt vor der Pause, der " Blume von Hawaii".

Bei ihrer Inszenierung haben die Allround-Talente nach eigenen Angaben "alle Kosten und Mühen gescheut." Durch minimalistische Perfektion und mit Unterstützung des Abiturienten Johannes Leismann am Klavier ernteten sie jubelnden Applaus und eroberten sich auch noch das letzte Herz des Publikums. Nach der Pause, die die Damen zum wilden Pudern und Pinseln nutzten, um nicht zu den bereits angesprochenen drei Prozent zu gehören, ging es mit musikalischen Leckerbissen weiter: "Mad World", "Küssen verboten" und "King of the Road".

"Die Liebe hat tausend Gesichter und doch ist es immer das selbe. Sie ist vielfältig und doch einfach", wissen die Musiker und widmen sich nun auch den Schattenseiten der Liebe: "Anna hat Migräne".

So harmonisch wie ihr Gesang ist aber nicht immer alles bei den Akzenten. "Natürlich gibt es auch bei uns Neid und Missgunst. Aber generell gilt: Die Bässe halten das, was die Tenöre versprechen." Der Liebesbeauftragte ließ seinen Worten Taten folgen und sang als Welturaufführung "Tiefgang" von den Wise Guys solo. Mit seiner tiefen, erotischen Stimme legte er einen unvergesslichen Auftritt hin, bei dem die eine oder andere Träne kullerte - vor Lachen.

Um sich nicht von Florian die Show stehlen zu lassen, präsentierten Dominik und Christian Lieder "mit Message" und begeisterten mit "Cats in the Cradle". Alle zusammen sangen die Klassiker "For the longest time" sowie "Love is all around" und beendeten den mehr als gelungenen Abend mit Billy Joels Wiegenlied "Lullaby".

Doch so schnell ließ das Publikum die Sieben nicht gehen und entlockten ihnen mehrere Zugaben. Nach gut 150 Minuten bester Unterhaltung luden die Künstler ihre Zuschauer noch zum "Afterglow" ein, um den Abend bei Imbiss und Getränken ausklingen zu lassen.

 

26.02.2007 Von Delia Kämmerer

 

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