WR: Auch in der Operette fühlen sie sich zu Hause

Die a-cappella-Knaben von akzente begeisterten ihr Publikum an zwei Abenden in der ausverkauften Schmiede. (Foto: Sophie Mono)Arnsberg. Vor zwei Jahren begeisterten die sieben Arnsberger a-capella-Knaben "akzente" hunderte Zuschauer mit ihrer Gesangs- und Comedyshow "POP Art". Am Freitag und Samstag gab´s endlich die große Neuauflage: "POP Art 2.0" Ein Abend voll von Witz, Professionalität und Vielfalt.

Angekündigt hatten die Sänger auf ihrer Homepage einen unvergesslichen Abend mit dem "best of Pop- und Rockmusik aller Generationen". Dieses Versprechen hielten "akzente" definitiv ein.

 

Gleich das erste Lied zieht die zahlreichen Besucher der Kulturschmiede in seinen Bann: "The Show must go on" von Queen. Begeisternd meistern die sieben Musiker das höchst anspruchsvolle Lied, dessen Satz von Oliver Gies alias "maybebop" aus Hannover eigens für "akzente" bearbeitet wurde.

Als sie zu singen beginnen, erscheint es im ersten Moment, als käme doch Musik vom Band aus den Lautsprechern, bis auch der letzte Zuschauer merkt: Die Hintergrundmusik kommt von den Sängern selbst. Schon hier sticht vor allem Dominik Meiske hervor, der als 1. Tenor in ungeahnte Höhen hinaufschwingt. Nach zwei gefühlvollen Liebesliedern folgt dann Metallicas Rockballade "Nothing else matters".

"Jeder Ton des Akkordes wird von einer Stimme gesungen. Erst wenn alle singen klingt es richtig", demonstrieren die Arnsberger, bevor sie das mitreißende Lied anstimmen und spätestens jetzt völlig aus sich herauskommen.

Nach einem melancholischen Song dann wieder eine kurze Zwischenansage, die, von Ironie und frechen Sprüchen geprägt, viele Zuhörer zum Lachen bringt. "Wir kämpfen heute für eine musikalische Randgruppe, die Operette. Wir setzen Akzente in der Geschichte der Operette mit unserer Initiative ,Operette sich wer kann´", kündigt Leiter des Ensembles und Bariton-Sänger Dr. Peter Sölken vielversprechend an:

Den Liebesliedern folgten Pop-Klassiker Er betont: "Es ist heute Abend ein sehr ernstes Konzert." Glauben tut ihm das allerdings niemand, denn schon treten hinter ihm die drei Tenöre Christian Höing, Oliver Daldrup und Dominik Meiske auf, in echt bayerischer Tracht und großen Bierhumpen und beginnen - ausnahmsweise mit Klavierbegleitung durch Ursula Schröder - einen Potpourri aus der Operette "Im weißen Rössl" anzustimmen. Die Lachtränen fließen, als Bariton Christian Wulf und Florian Rechtsprecher (Bass) als Frauen verkleidet über die Bühne hüpfen, um dem Text mehr Ausdruck zu verleihen und Oliver Storm (Bass) mit einem lebensgroßen Stoffpferd im Schlepptau auftritt.

Nach der Pause rückte dann aber wieder der Gesang in den Vordergrund. Mit Liebesliedern wie "How deep is your Love" von den Bee Gees, "True Colours" von Cindy Lauper und Phil Collins oder Billy Joels "And so it goes" zeigen sich die Sieben von ihrer romantischen und sensiblen Seite, und geben bei weiteren Ansagen auch viele private Details von sich preis.

Richtig laut und feurig wird es dagegen bei Nirvanas Klassiker "Smells like Teenspirit", bei dem Christian Höing als Leadsänger dem Nirvana-Sänger Kurt Cobain um nichts nachsteht, und die anderen die Instrumente täuschend echt nachahmten. Lachen durften die Zuschauer noch einmal bei dem Prinzen-Song "Mein Hund ist schwul" und "Anna hat Migräne" von den Wise Guys.

1998 gründeten die jungen Männer, die heute zwischen 30 und 36 Jahren alt sind, das kleine Männergesangsensemble "akzente". Sie alle kennen sich schon seit über 15 Jahren aus der gemeinsamen Zeit beim Gerd-Schüttler-Chor, und haben neben den fetzigeren Musikrichtungen auch geistliche Musik wie "musica sacra" in ihrem Repertoire.

Nicht nur mit dem Riesenerfolg beim ersten Teil von POP Art, sondern auch mit Gastauftritten beim Ruhrtaler Doppelquartett sowie bei "Arnsberg kulinarisch" und dem Sauerlandherbst konnten sie sich einen Namen machen.

Da können sie es sich schon mal erlauben, Akzente zu setzen und ihr Jubiläumsjahr 2008 bis in den März 2009 zu verlängern. Die gleich zwei Mal ausverkaufte Kulturschmiede bewies dies. Am Ende des Abends sprachen "akzente" aus, was wohl so manch einer gedacht hat: "Bis auf ein Wiedersehen bei POP Art 3.0".

 

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